Vikar Martin Lenz
Marktstraße 19
56269 Dierdorf
martin.lenz [at] ekir.de
Tel: 0179 7268412

„Die sollen loben den Namen des Herrn; denn sein Name allein ist hoch, seine Herrlichkeit reicht so weit Himmel und Erde ist.“ Ps 148, 13

Auf dem Wienauer Kirchweg stand ich in der warmen Spätsommersonne und staunte über die wunderschöne Landschaft des beginnenden Westerwaldes. Ich sah abgesteckte Felder und grasende Pferde. Ein Feld mit herrlichen Maiskolben stand beinahe zur Ernte bereit. Eine Wolke zog über mir hinweg und ließ mich kurz im Schatten laufen. Ein bunt gescheckter Hund sprang glücklich über die Felder, hinter ihm schlenderte ein Mann über ein saftig grünes Stück Brachland. Ich war an dem Ort angekommen, den ich mir für mein Vikariat gewünscht hatte. Raus aus der Stadt, in der ich studiert hatte und in der sich ein graues Haus müde an das nächste zu lehnen schien. Hinein in die Weite eines Landstriches, dessen herbe Schönheit mich in seinen Bann gezogen hatte.

Es war mein ausdrücklicher Wunsch an das Landeskirchenamt, meine Vikariatszeit, die mich für das Pfarramt ausbilden soll, in einer Gemeinde auf dem Land erleben zu dürfen. Dass es die evangelische Kirchengemeinde Dierdorf wurde, macht mich sehr dankbar. Zwar hatte ich von dem kleinen Städtchen mit hochehrwürdiger Geschichte bis zur Mitte dieses Jahres noch nicht gehört, aber bereits bei meinem ersten Besuch spürte ich, dass dieser Ort für mich Heimat werden kann.

Gebürtig komme ich aus dem nicht weit entfernten Bonn am Rhein, wo ich auch aufgewachsen bin und mit meinem Studium begann. Mein Weg führte mich von dort ins westfälische Münster, wo ich neben evangelischer auch orthodoxe Theologie studierte. Das erste Theologische Examen markierte im Herbst 2015 dann eine wichtige Wegscheide und stellte mich vor die Entscheidung Vikariat oder Universität. Dank der Förderung durch ein Stipendium einer kirchenhistorischen Stiftung erhielt ich im Frühjahr 2016 die Möglichkeit mit der Arbeit an einer Doktorarbeit beginnen zu dürfen, die bis heute stetig wächst. Meine Forschungen behandeln die historische Entwicklung des evangelischen Gottesdienstes in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg. Zwar war es 2016 noch mein Wunsch die Arbeit vor dem Vikariat abgegeben zu haben, aber es hat sich nun herausgestellt, dass sie mich noch etwas begleiten wird.

Wenn es auch die Zeit meiner Ausbildung ist, verstehe ich mein Vikariat vor allem als Dienst an Ihnen und der gesamten Dierdorfer Gemeinde. Ihr neuer Vikar erhofft sich von Ihnen, durch die Begegnung mit Ihnen lernen und wachsen zu dürfen. Vielleicht darf es sogar sein, dass wir am Ende feststellen, dass wir beide an einander wachsen durften. Ich freue mich sehr auf Sie und möchte Ihnen von Herzen danken für die offenen Arme, mit denen Sie mich begrüßt haben.

Bleiben Sie behütet, dafür betet

Ihr Martin Lenz

Vikar der Evangelischen Kirchengemeinde Dierdorf